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Washington

Washington grenzt an Kanada und den Pazifik. Obwohl Washington einer der am dichtest besiedelten Staaten im Westen der USA ist, erreicht man von jeder Stadt in wenigen Minuten ländliche Umgebung. Die Mitte des Landes wird von der Cascade Range, der nord-südlich verlaufenden Bergkette durchzogen, deren höchste Erhebung der 4392 m hohe Mount Rainier ist. Der nördliche Teil des Gebirges ist ein Granitmassiv, der südliche ist vulkanisches Tafelland, in das sich der Columbia River tief eingeschnitten hat. Im Südosten des Landes liegt das Columbia Plateau, ein riesiges Becken, dessen Oberfläche von Lavaströmen geformt wurde. Ein großer Teil des Staates wird von Nadelwald bedeckt.

 


Tausende Pioniere zogen vor 150 Jahren auf dem legendären Oregon Trail westwärts bis an den Pazifik. Ihr Ziel waren die fruchtbaren Täler im Nordwesten. An der Landschaft hat sich nicht viel geändert. Bei einer Bevölkerungsdichte von nur 14 Einwohnern pro Quadratkilometer bleibt reichlich Platz für Sport und Natur, und auch Raum für die Mythen des „Wilden Westens“. Die harten Zeiten der Pioniere sind jedoch vorüber. Auf die Besucher von heute warten hervorragende Hotels und Gästeranches, preisgünstige “Bed & Breakfasts” und gepflegte Campingplätze, Wege zum Wandern und Radfahren und traumhafte Panoramastraßen (“Scenic Byways”) in die schönsten Landschaften: Schneebedeckte Berggipfel, einsame wüstenähnliche Hochebenen im Osten und dramatisch zerklüftete Küsten im Westen, dazwischen die Bergwelt der Kaskaden mit ihrem eigenwilligen Spiel von Farben und Formen. Tausende von Flüssen und Seen prägen nicht nur die Landschaft, sondern schaffen auch den Lebensraum für Mensch und Tier.

Der größte Reiz am Staat Oregon ist mit Sicherheit seine Vielfalt. Von Westen nach Osten zeigen sich dem Reisenden völlig unterschiedliche Landschaftsformen, die alle ihre speziellen Aktivitäten in den Vordergrund stellen. Aus diesem Grunde hat man den Bundesstaat in sieben Regionen unterteilt, die dem Besucher die Orientierung erleichtern.

Die 644 km lange Küste ist sicherlich mit das Spektakulärste, das Oregon zu bieten hat. Wilde Steilküsten mit Leuchttürmen im Norden werden im Süden von sandigen Stränden abgelöst. Auf der US 101, dem Pacific Coast Highway (PCH), kann man dem gesamten Küstenverlauf folgen. Hinter jeder Kurve verbirgt sich ein neuer, atemberaubender Blick. Das Landschaftsbild ist von schroffen Felsen und geschützten, einsamen Buchten geprägt. Aber auch kleinere Küstenstädtchen gehören hier zum Bild und laden zur Übernachtung in stilvollen Resorts, familienfreundlichen Hotels und kleinen “Bed & Breakfasts” ein. Wer den Kontakt mit der Natur vorzieht, entscheidet sich am besten für einen der unzähligen Campingplätze – vielleicht auch einmal eine Jurte oder einen Planwagen, die man zum Übernachten mieten kann. Die Pazifikküste Oregons ist Eigentum des Staates und daher allen zugänglich.

Wer Abenteuer auf dem Wasser liebt, sollte den äußersten Südwesten Oregons besuchen: Vor Gold Beach lädt der Rogue River zu Fahrten mit dem Jetboat ein. Höhepunkt der Oregon Coast ist die Oregon Dunes National Recreation Area, ein Stück Sahara in den USA. Über 66 Kilometer erstrecken sich die Dünen von Coos Bay nach Florence. Endlose Wanderwege locken in das eigenwillige Gebiet, das sich auch mit Dune-Buggies gut erkunden lässt. Zwischen Florence und Newport jagt ein Höhepunkt den nächsten, zum Beispiel die Sea Lion Caves, der Heceta-Head-Leuchtturm oder das Cape Perpetua. In und rund um Newport kann man während des ganzen Jahres Wale beobachten. Zudem zählt das örtliche Aquarium zu den besten seiner Art am Pazifik. Zwischen Cannon Beach und Seaside lohnt es sich, einen Sonnenuntergang zu erleben. Und schließlich liegt hier Astoria, das schon mehr im Landesinneren liegt und trotzdem vom Wasser bestimmt wird. Unterhalb dieser ältesten US-Siedlung westlich der Rocky Mountains strömt der Columbia River in sein breites Mündungsdelta, über das eine der längsten Brücken der USA führt.

Portland stellt den wirtschaftlichen und kulturellen Nabel Oregons dar und ist eine sehr lebenswerte und lebendige Stadt – nach einer neulich veröffentlichten Untersuchung des Reader’s Digest zudem die sauberste Großstadt der USA. In der „Stadt der Rosen“ findet man einen Rosengarten oberhalb der Stadt, und hier findet alljährlich ein Rosenfestival statt. Und Kunst findet man hier buchstäblich auf der Straße: Die vielen Parks und Grünflächen sind von bildenden Künstlern mitgestaltet worden. Als Meister des Gerstensafts erweisen sich die Biererzeuger in den zahlreichen “Microbreweries”, den Kleinbrauereien. Die Innenstadt Portlands liegt am Westufer des Willamette River: kompakt, fußgängerfreundlich und quicklebendig. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind im Innenstadtbereich kostenlos. Das Herz der Innenstadt bildet der von Säulen umrahmte Pioneer Courthouse Square. Ringsum liegt das Hauptgeschäftsviertel mit großen Einkaufszentren, Kaufhäusern und Einzelhandelsgeschäften. Wie überall im Staate Oregon schlägt der Staat auf die Preise keine Verkaufssteuer auf. Portland bietet außerdem einen attraktiven Ausgangspunkt, von dem man nach Einkaufsbummeln und Kulturgenüssen die Entdeckungsreise ins Hinterland starten kann.

Ein hoher Berg und die tiefe Schlucht eines langen Flusses kennzeichnen die Region des Mount Hood und der Columbia River Gorge. Mt. Hood ist der höchste Berg des Kaskadengebirges, und man findet hier ganzjährig sehr gute Skimöglichkeiten. Ein historisches Quartier ist die Timberline Lodge, auch bekannt als “Overlook Hotel” aus Stanley Kubricks The Shining. Das andere Wahrzeichen dieser Region ist die gigantische Schlucht des Columbia, die gleichzeitig die Grenze zum Nachbarstaat Washington bildet. Von ihren Höhen hat man einen atemberaubenden Blick über den Fluss, der an manchen Stellen so breit ist wie ein See.

Seinen Namen verdankt das Willamette Valley hingegen einem kleinen Flüsschen, das zwischen den Kaskaden und dem Küstengebirge fließt. Neben einer Reihe interessanter Städte wie z.B. Eugene oder Salem ist es vor allem die landwirtschaftliche Vielfalt, die diese Region prägt. Hier im Willamette-Tal gedeihen einige der besten Weinsorten des Nordwestens.

Im Süden Oregons findet der Reisende eine ausgewogene Mischung von Kultur und Natur. Der „Kratersee“ (Crater Lake), Oregons einziger Nationalpark, wirkt wie ein riesiger Saphir in einer teils kargen, teils bewaldeten Gebirgslandschaft. Die Bezeichnung „Krater“ ist übrigens falsch: Es handelt sich um eine Kaldera, denn seine Entstehung verdankt der mit 585 m tiefste See der USA einem Vulkanausbruch vor rund 7.000 Jahren. Auf dem “Rim Drive” kann man mit dem Auto entlang des Kraterrands den gesamten See umrunden. Ein besonderes Erlebnis ist eine Bootsfahrt zur größeren der beiden im See gelegenen Inseln, Wizard Island. In der Nähe befindet sich mit den Oregon-Höhlen eine weitere lohnende Attraktion.

Die Region des Ostens bedeckt mehr als die Hälfte der gesamten Staatsfläche und weist zugleich die geringste Bevölkerungsdichte auf. So verwundert es nicht, dass man hier, in einer der letzten großen Weiten des Westens, kilometerlange Straßen findet, die nur ab und an von Dörfern gesäumt werden. Die Landschaft ist geprägt von einer Steppe und beeindruckenden Berggipfeln, die die Natur vor Jahrtausenden geschaffen hat. Die bekanntesten sind die Painted Hills, die ihren Namen dem Lichtspiel verdanken, das sie zu jeder Jahres- und Tageszeit in anderen Farben erscheinen lässt. Andere Zeichen der Natur findet man in den Fossil Beds von John Day, einem der ergiebigsten Fossilienlager der Welt. Hier im sonnenverwöhnten Osten kann man auch den modernen Cowboys beim Viehtrieb zusehen – oder selbst mit anpacken. Wer möchte, kann auch den Spuren der Planwagen auf dem Oregon Trail folgen.

Ebenfalls lohnende Ziele für Naturfreunde sind der “Outback” im Südosten Oregons, der ein Maar namens “Fort Rock” umschließt sowie der Hells Canyon, der mit seinem wilden Snake River die Grenze zwischen Oregon und Idaho bildet. Die „Höllenschlucht“, die tiefste Schlucht der Vereinigten Staaten, ist um einiges tiefer als der Grand Canyon und ein Muss für alle Besucher Oregons.

Die mannigfaltige Natur, die Oregon zu bieten hat, macht den Staat zu einem Outdoor-Paradies, das seinesgleichen sucht. Dabei muss es nicht immer Extremsport sein. Ein Staat mit so viel Natur lädt freilich zum Wandern ein, sei es im National­park Crater Lake, am Mt. Hood oder in einer der weniger bekannten Gegenden – überall findet man Besucherzentren, die gerne und umfangreich über die zahlreichen Wanderwege informieren. Von kleineren Spaziergängen bis hin zu Mehrtagestouren – Oregon bietet für jeden etwas.

Oregon besitzt auch ein ausgesprochen gutes Netz an ausgewiesenen und beschilderten Fahrradrouten. Zahlreiche Karten machen es dem Besucher einfach, die richtigen Wege zu finden. Die Topographie des Staates bringt es mit sich, dass das Fahrradfahren leicht zu einer sportlichen Herausforderung wird, doch es geht auch ohne Mountainbike. So ist zum Beispiel die Route entlang der atemberaubenden Küste auch für weniger trainierte Fahrer geeignet – und die zahlreichen Staatsparks mit ihren Campingplätzen ermöglichen kurze Etappen.

Die Liste landschaftlich reizvoller wilder Flüsse ist lang in Oregon. Entsprechend umfangreich ist auch das Angebot, den Staat vom Wasser aus zu erkunden. Rafting, Kayaking, alleine oder in einer Gruppe – in ganz Oregon gibt es zahlreiche Anbieter. Und mit dem Columbia River verfügt Oregon sogar über eines der beliebtesten Windsurfreviere der USA: Die Winde, die durch die Schlucht wehen, bieten ideale Voraussetzungen.

Golf ist in Oregon Volkssport. Auch dies ist nicht zuletzt auf die Natur zurückzuführen, denn das landschaftliche Erlebnis ist nach dem sportlichen sicherlich der wichtigste Aspekt beim Golf. In allen Teilen des Staates gibt es Plätze für Golfer mit jedem beliebigen Handicap.

Oregon ist selbstverständlich auch im Winter eine Reise wert. Die fünf großen Skigebiete des Bundesstaates – im Westen Mt. Hood, Central Cascade und die Siskiyou Mountains, im Osten die Blue/Wallowa Mountains und die Warner/Steens Mountains – werden allen Ansprüchen gerecht. Neben dem Alpinski ist auch das Schneemobil ein beliebtes winterliches Fortbewegungsmittel, und die Erfahrung einer Schneeschuhtour im Mondschein wird sicher ewig in guter Erinnerung bleiben.

Die unberührte Natur ist auch eine ideale Vorraussetzung für die Entwicklung einer reichen Fauna, und so bieten sich in Oregon entsprechend umfangreiche Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Naturwälder im Überfluss, eine umweltbewusste Industrie und ein fließender Übergang zwischen Natur und Zivilisation sorgen dafür, dass sich in Oregon Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen wohlfühlen. So ist es keine Seltenheit, dass man schon bei einem kurzen Spaziergang an einem der zahlreichen Flüsse rein zufällig auf munter umherspringende Lachse trifft oder auf Otter und Biber, die entlang der Flüsse leben. Wapitihirsche findet man sowohl im Norden, im mittleren Bereich der Küste und am Umpqua River. An diesen Orten sind Besichtigungsgelände angelegt, die es Besuchern ermöglichen, bis auf wenige Meter an die Tiere heranzukommen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, begeleitete Ausflüge per Pferdewagen zu unternehmen. Die beste Jahreszeit für die Beobachtung der Wapitihirsche ist von Anfang Dezember bis Februar.

Wale kann man an Oregons Küste das ganze Jahr über beobachten. Neben einer festen Population von rund 400 „einheimischen“ Tieren können aufmerksame Beobachter von Dezember bis Anfang Februar etwa 20.000 Grauwale auf ihrer Wanderung vom Eismeer in die warmen Gewässer Mexikos an eigens für diesen Zweck eingerichteten Aussichtspunkten vorbeiziehen sehen. Hier sind auch freiwillige Helfer im Einsatz, die mit Ferngläsern und Informationen beratend zur Seite stehen. Einen weiteren Höhepunkt in der „Wal-Saison“ stellt der Monat Mai dar, wenn die weiblichen Wale mit ihren Jungtieren folgen. Wer seefest ist, kann den Meeressäugern auf einer der beliebten “Whale Watching Cruises” auch etwas näher kommen.

Oregon bietet Besuchern eine unvergleichliche Vielfalt an Naturwundern. Diese Landschaft ist bestens erschlossen, denn Oregon hat auch mehr Panoramastraßen aufzuweisen als jeder andere Bundesstaat. Die zwölf markierten Routen sind allesamt gut ausgebaut, beschildert und leicht mit dem Pkw oder dem Wohnmobil zu befahren. Die kürzeste Strecke ist gerade einmal 30 km lang und führt über sieben historische überdachte Brücken, die längste Strecke folgt über 563 km von der südlichen bis zur nördlichen Staatsgrenze der gesamten Küste.

Oregon ist ein Reiseziel für das ganze Jahr. Durch das Kaskadengebirge gibt es zwei unterschiedliche Klimazonen. Auf der Westseite der Bergkette regnen sich die vom Pazifik kommenden Wolken ab, auf der Ostseite ist es wesentlich trockener. Im Westen ist das Klima ganzjährig mild, im Osten dagegen kann es im Sommer bis zu 32 °C warm werden, im Winter bis –6 °C kalt. Beste Reisezeit sind die Monate Mai bis Oktober.

Von San Francisco im Süden oder Seattle im Norden erreicht man Oregon auf dem Landweg über die I-5. Greyhound und Amtrak unterhalten Bus- bzw. Bahnverbindungen zu allen wichtigen Knotenpunkten des Staates. Mit dem Flugzeug ist Oregon über den Portland International Airport (PDX) zu erreichen; dieser wird von allen größeren Fluggesellschaften bedient. Seit März 2003 bietet Lufthansa einen Nonstopflug von Frankfurt am Main (FRA) an.

Fremdenverkehrsamt Rocky Mountain International
c/o Wiechmann Tourism Service
Scheidswaldstr. 73
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069- 255-38-230
Fax: 069- 255-38-100
www.rmi-realamerica.com
www.wiechmann.de

Allgemeines
FLÄCHE: 172.447 qkm.
BEVÖLKERUNGSZAHL: 6.194.400 (2004).
BEVÖLKERUNGSDICHTE: 35,9 pro qkm.
HAUPTSTADT: Olympia. Einwohner: 44.400 (2004).
ORTSZEIT: MEZ - 9 (UTC - 8);
April bis Oktober: MEZ - 8 (UTC -7).

 
     
       
 
 
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