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Rhode Island Im kleinsten neuenglischen Bundesstaat dominiert das Wasser. „Little Rhody" hat stolze 650 Kilometer Küstenlinie. Seinen Beinamen Ocean State trägt Rhode Island zu Recht und mit Stolz. Weiß getakelte Großsegler und schnittige Jachten im Abendlicht der Narragansett Bay sind sein liebstes Aushängeschild - und tatsächlich auch ein atemberaubender Anblick. Anlässe, die dieses Bild um den Globus bringen, gibt es viele. In den Sommermonaten tummelt sich in Newport, wer in der Regattawelt Rang und Namen hat. Im Juni startet der Wettbewerb zu den Bermudas, im Juli messen sich historische Großsegler. Klangvolle Namen von Segelregatten haben in Rhode Island Tradition. Von Newport aus startete 1870 der erste America's Cup - ein Meilenstein in der maritimen Geschichte des kleinen Staates. 1636 gründete Roger Williams Providence, die spätere Hauptstadt von Rhode Island. Aufgrund seiner liberalen Glaubensansichten hatte man den Priester aus der Massachusetts-Kolonie ausgestoßen. Die „Colony of Rhode Island and Providence Plantation" dagegen bot religiös Verfolgten und Andersdenkenden einen Platz. Juden kamen aus Spanien und Portugal, Quäker aus New York und England. Durch ihre weltweiten Kontakte dominierten sie bald die Wirtschaft im Staat. Der Überseehandel und der so genannte Dreieckshandel - Sklaven gegen Melasse, Melasse gegen Rum - brachten Reichtum nach Rhode Island. Newport zählte Mitte des 18. Jahrhunderts zu den fünf größten Häfen des kolonialen Amerikas. Die Wohlhabenden wohnten in College Hill in Providence, wo seit 1764 auch die Brown University ansässig ist. In College Hill soll sich die größte Konzentration historischer Gebäude in Amerika befinden. Drei Tage lang jeden Sommer feiert die Benefit Street, die College Hill durchzieht, jedenfalls das „Festival der historischen Gebäude". Schon Ende des 18. Jahrhunderts zog es die gut Betuchten dann nach Newport auf Aquidneck, der größten Insel Rhode Islands. Das angenehme Klima - eine erfrischende Brise von Westen - und der wunderschöne Anblick des Rhode Island Sound lockte bald auch die High-Society aus Philadelphia, New York, Boston und aus dem Süden an. Mit luxuriösen Hotels gab man sich bald nicht mehr zufrieden. An den zerklüfteten Buchten wurden Sommersitze gebaut. „Cottages" nannten die Astors, Vanderbilts und Belmonts dezent ihre Villen, die im Wettstreit miteinander immer mehr wie europäische Schlösser aussahen. Privaten Initiativen ist es zu verdanken, dass viele der luxuriösen Mansions erhalten und zu besichtigen sind. Fast meint man Robert Redford, alias der große Gatsby, beim Besuch des Rosecliff Mansions einsam an der Klippe stehen zu sehen. Eine bessere Kulisse für die Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman hätten die Location Scouts nicht finden können. Im ganzen Anwesen ist das zügellose Leben der Zeit noch gegenwärtig. Rough Point, das Anwesen von Doris Duke, der Millionen-Erbin von American Tobacco, zeigt, dass für manche das goldene Zeitalter lange nicht zu Ende war. 1993 starb sie 81-jährig. Ihr Anwesen, 1887 von Frederick W. Vanderbilt als „Cottage" errichtet, war inzwischen mehr als eine Milliarde Dollar wert. Hammersmith Farm, einst Sommerresidenz von John W. Auchincloss, erntete weltweite Aufmerksamkeit: Als die Enkelin, Jacqueline Bouvier, John F. Kennedy heiratete wurde alles was Rang und Namen hat, auf dem Rasen empfangen. Das Anwesen ist heute in privatem Besitz. Das Rhode-Island-Bild wäre nicht vollständig, würde man es auf Luxus und Glamour beschränken. Nördlich von Newport auf der Insel Prudence findet man Natur pur. 60 Prozent der Fläche sind freies Land. Wenige Autominuten von Newport entfernt liegt das Fakten: |
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