North Dakota
North Dakota ist eines der ländlichsten Gebiete der USA und für seine reizvolle Landschaft sowie sein Wildwesterbe bekannt. Einer der nördlichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten und im Norden an die kanadischen Provinzen Saskatchewan und Manitoba, im Osten an Minnesota, im Süden an South Dakota und im Westen an Montana angrenzend. Mit einer Fläche von 183.119 Quadratkilometern liegt North Dakota der Größe nach an 20. Stelle der amerikanischen Bundesstaaten. Der Bundesstaat hat einen annähernd rechteckigen Grundriss. Der Red River of the North bildet den größten Teil der Ostgrenze. North Dakota trat am 2. November 1889 als 39. Bundesstaat der Union bei. Mit seinen fruchtbaren Böden und den ausgedehnten Weidegebieten war das Gebiet schon immer ein Agrarstaat. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts hatten Dienstleistungssektor, Regierungseinrichtungen, Bergbau und Fertigungsindustrie zwar an Bedeutung gewonnen, die Landwirtschaft behielt aber ihre zentrale Rolle in der Wirtschaft des Bundesstaates. North Dakota trägt den Beinamen Peace Garden State (Friedensgartenstaat), der sich auf den International Peace Garden an der Grenze zwischen North Dakota und Manitoba bezieht. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Bismarck sowie Fargo, Grand Forks, Minot und Dickinson.
Physische Geographie
North Dakota lässt sich in zwei geographische Großeinheiten gliedern: der Osten ist Teil des Zentralen Tieflandes, der Westen gehört zu den Great Plains (Große Ebenen). Getrennt werden die beiden Landschaften durch den Missouri, der teilweise aufgestaut wurde. Die Great Plains sind topographisch recht abwechslungsreich. Viele Tafelberge mit ihren flachen Gipfeln erheben sich bis zu 180 Meter über die Ebenen. Im Südwesten findet sich ein Streifen der Badlands mit eindrucksvollen Formationen, die durch Erosion des weichen Sedimentgesteins entstanden.
Flüsse und Seen
Zu den großen Flüssen gehören der Missouri und seine Nebenflüsse (u. a. Little Missouri, Knife, Heart und Cannonball), der Red River und seine Nebenflüsse (Pembina, Forest, Goose, Maple, Sheyenne und Wild Rice), der Souris und der James River, ein Nebenfluss des Missouri. Im durch Gletschertätigkeit geformten Teil des Landes gibt es zahlreiche natürliche Seen. Der größte davon ist der Devils Lake. Das größte Gewässer im Bundesstaat ist der Lake Sakakawea, ein durch den Garrison Dam entstandener Stausee.
Klima
In North Dakota herrscht Kontinentalklima, das durch lange harte Winter und kurze heiße Sommer gekennzeichnet ist. Im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit meist gering, was die Hitze erträglicher macht. Die Temperaturen liegen im Jahresdurchschnitt zwischen 6,1 °C im Südwesten und 2,2 °C im Nordwesten. Die niedrigste Temperatur von -51,1 °C wurde 1936 gemessen. Der Höchstwert von 49,4 °C stammt aus demselben Jahr. Die Winter sind verhältnismäßig trocken. Im Jahresdurchschnitt fallen annähernd 815 Millimeter Schnee.
Flora und Fauna
Bevor das Land für den Ackerbau genutzt wurde, bestand North Dakota hauptsächlich aus Grasland. Hohe Gräser waren in den Prärien des Ostens vorherrschend, kurze Gräser dominierten im Westen. Kaum ein Prozent der Fläche des Bundesstaates ist bewaldet. Bäume wachsen nur in den Flusstälern und an den benachbarten Talhängen. Die verbreitetsten Arten sind Eiche, Esche, Kanadische Pappel und Zitterpappel. In den Prärien wächst eine Fülle von Wildblumen.Früher zogen große Bisonherden über die Prärien. Heute findet man, vor allem entlang der Flüsse, Elche, Bären und Virginiahirsche.
Bevölkerung
Die Einwohnerzahl von North Dakota beträgt etwa 636.000. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 4 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das ist eine der geringsten Bevölkerungsdichten in den Vereinigten Staaten. Der größte Teil der Bevölkerung lebt um und in den vier größten Städten des Bundesstaates. Weiße stellen 94,6 Prozent der Einwohner. Zu den Minderheiten gehören Schwarze (0,6 Prozent) und Indianer. Die Ojibwa und die Sioux waren einst die größten Indianerstämme.
Bildung und Kultur
Die erste Schule in North Dakota wurde 1818 von Missionaren in Pembina eröffnet. Die Territorialregierung richtete 1862 das staatlich finanzierte Schulsystem ein. 1889, zur Zeit des Eintritts in die Union, gab es schon fast 1 400 staatliche Schulen.Die größte Universität ist die University of North Dakota (1883) in Grand Forks. Weitere Bildungseinrichtungen sind die North Dakota State University (1890) in Fargo, das College (1883) in Jamestown und die State University (1913) in Minot.
Sehenswürdigkeiten
Der Fort Abraham Lincoln State Park in der Nähe von Mandan gehört zu den Sehenswürdigkeiten des Bundesstaates. Erwähnenswert sind außerdem mehrere Orte von historischer Bedeutung. Einige davon sind Militärstützpunkte, die im 19. Jahrhundert eingerichtet wurden. Bedeutende Denkmäler sind Sitting Bull’s Grave Historic Site (der Ort, an dem der Sioux-Häuptling Sitting Bull begraben ist), der Writing Rock Historic Park (ein Felsen mit Inschriften der Indianer) und der Theodore Roosevelt Nationalpark, in dem sich ein Teil von Roosevelts Elkhorn Ranch befindet.
Sport und Erholung
Die Jagd- und Angelmöglichkeiten in North Dakota gehören zu den besten in den Vereinigten Staaten. Vor allem Federwild wie Enten, Waldhühner, Fasane und Gänse gibt es im Überfluss. Im Juni und Juli finden in vielen Städten Rodeos statt. In den langen Wintern sind Schlittschuhlaufen, Skilaufen, Eishockey und Schneemobilrennen beliebt.
Verwaltung und Politik
North Dakota wird nach seiner ursprünglichen, 1889 angenommenen und mehrfach geänderten Verfassung regiert. Der oberste Regierungsbeamte ist der Gouverneur, der für vier Jahre vom Volk gewählt wird und beliebig oft wieder gewählt werden kann. Weitere gewählte Regierungsbeamte sind der Vizegouverneur (Lieutenant Governor), der Justizminister, der Innenminister und der Finanzminister.Die gesetzgebende Gewalt liegt bei einem Zweikammerparlament, das aus dem 53 Mitglieder zählenden Senat und dem Repräsentantenhaus mit 106 Mitgliedern besteht. Die Senatoren werden in der Regel für vier Jahre und die Abgeordneten des Repräsentantenhauses für zwei Jahre gewählt. Auf Bundesebene stellt North Dakota zwei Senatoren und einen Abgeordneten für den Kongress der Vereinigten Staaten. Bei den Präsidentschaftswahlen hat North Dakota drei Wahlmännerstimmen.
Wirtschaft
Der Bergbau trägt etwa vier Prozent zum Bruttosozialprodukt des Bundesstaates bei. In North Dakota gibt es Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Sand und Kies.
Landwirtschaft
Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt liegt bei über neun Prozent. North Dakota ist in den Vereinigten Staaten führend im Anbau von verschiedenen Sommerweizensorten und auch von Gerste, Flachs und Sonnenblumen. Weitere bedeutende Anbauprodukte sind Zuckerrüben, Kartoffeln und Roggen.
Industrie
Die Herstellung von Industriemaschinen, von Druck- und Verlagserzeugnissen, Förderausrüstungen, die Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Erdöl sind die führenden Industrien. Die Fertigungsindustrie hat zwar an Bedeutung gewonnen, trotzdem ist North Dakota immer noch einer der Bundesstaaten mit der geringsten Produktion.
Geschichte
Seit etwa 1700 wurde der Osten von den Ojibwa und den Yanktonai-Sioux besiedelt. Die ersten Europäer, die 1738 in dieses Gebiet kamen, waren Franzosen. In der Folgezeit trieben Pelzhändler von ihren Stützpunkten in Kanada aus Handel mit den Indianern am Red River of the North bis hinunter in den Süden nach Grand Forks. In den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts bauten die kanadische North West Company und die Hudson’s Bay Company am Red River of the North im Nordostteil des Bundesstaates mehrere Handelsposten auf.North Dakota ging als Teil des Kaufes von Louisiana 1803 in den Besitz der Vereinigten Staaten über, die Grenze zu Kanada wurde aber erst 1818 verbindlich festgelegt.Das Territorium Dakota, das sowohl North Dakota und South Dakota als auch Wyoming und Montana umfasste, wurde 1861 geschaffen. Als im darauf folgenden Jahr im benachbarten Minnesota Krieg zwischen den Sioux und den weißen Siedlern ausbrach, suchten viele Indianer Zuflucht in Dakota. Die meisten wurden aber schließlich in das Gebiet westlich des Missouri abgedrängt.In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts kamen Siedler, darunter viele norwegische und deutsche Einwanderer, mit der Eisenbahn aus dem Osten hierher. In den Jahren 1875 bis 1890 erlebte Dakota einen starken Ansturm von Siedlern, die hier Ackerland erwarben. Dadurch nahm die Einwohnerzahl so stark zu, dass 1889 der Bundesstaat North Dakota eingerichtet wurde. Bei den Überschwemmungen von 1993 entstanden im Bundesstaat beträchtliche Schäden.
North Dakota trägt den Beinamen "Sioux State" (gesprochen [sju:]). Über den ganzen Staat verteilt finden sich zahlreise Reservate der Sioux-Indianer. In der Nähe von Fort Yates liegt am Ufer des Missouri-River einer der bekanntesten Indianerhäuptlinge, Sitting Bull, begraben. Der Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck ist im Namen der Hauptstadt des Staates verewigt, die (und das ist beachtlich) auch nach zwei Weltkriegen immer noch Bismarck heißt. Präsident Theodore Roosevelt, der dem (aus dem schwäbischen Giengen an der Brenz stammenden Teddybären seinen Vornamen gab), ist Namensgeber für den einzigen Nationalpark North Dakotas. North Dakota ist auch für Rekorde gut: Im Osten des Staates findet sich der KTHI-Fernsehturm, mit knapp 700 Metern Höhe das höchste Gebäude Nordamerikas. Ganz in der Nähe: Mayville, ein 2.000-Einwohner-Dorf mit eigener Universität ("Mayville State University"). Die Winter sind in North Dakota extrem kalt. Temperaturen unter - 30° Celsius sind nicht selten. Im Sommer ist es oft brütend heiß, der Temperatirunterschied zwischen Sommer und Winter kann bis zu 70° betragen.
Allgemeines
FLÄCHE: 178.695 qkm.
BEVÖLKERUNGSZAHL: 633.600 (2004).
BEVÖLKERUNGSDICHTE: 3,5 pro qkm.
HAUPTSTADT: Bismarck. Einwohner: 56.400 (2004).
ORTSZEIT: MEZ - 7 (UTC - 6);
April bis Oktober: MEZ - 6 (UTC - 5). |
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